Alles kommt in gute Hände

Unsere äthiopischen Freunde leben jetzt in Nürnberg-Eibach und fühlen sich dort sehr wohl. Ihnen zieht jetzt ein großer Teil unserer Schuleinrichtung nach. Der Helferkreis Eibach um Sandra Steifer hat unsere Geräte und etliches mehr übernommen. Damit profitieren künftig nicht nur unsere äthiopische Freunde, sondern weitere 170 Menschen im Flüchtlingsheim Eibach von unseren Sachen.

schule-in-eibach

Wie wir berichtet haben, war unsere Schule in Oberreichenbach zwar improvisiert, aber dank vieler Sponsoren und einiger Eigenmittel ziemlich gut ausgestattet. Die Schule hatten wir Anfang des Jahres geschlossen, weil die Geflüchteten damals Praktika aufnahmen oder staatliche Kurse besuchten.

Wir haben das (fast) geschafft

Vor 13 Monaten kamen acht junge Männer aus Äthiopien in unser Dorf. Sie sprachen kein Wort Deutsch. Wir sprachen kein Wort Oromo. Heute haben acht junge Männer aus Äthiopien unser Dorf wieder verlassen und in Nürnberg eine neue Unterkunft bezogen.

In Nürnberg haben sie es viel näher zu ihrem Arbeitsplatz und zu ihrer Ausbildungsstätte: Drei junge Männer haben einen voll sozialversicherungspflichtigen Job als Hilfsarbeiter, vier weitere machen eine Einstiegsqualifizierung und werden im September eine Berufsausbildung beginnen. Die jungen Männer sind nicht nur ins Arbeitsleben integriert. Sie sprechen gutes Deutsch und kommen mit dem Alltag in Deutschland gut zurecht.

Auch sind Freundschaften entstanden. Diese wollen wir natürlich weiter pflegen und uns häufig sehen. Trotzdem hatten wir beim Abschied alle einen Kloß im Hals.

Ein Vorbild

Unser Freund Ahmad hat bei der Spedition Peetz in Weisendorf eine Festanstellung. Natürlich war er auch am vergangenen Samstag beim Rampenfest mit dabei, bei dem neue Logistikzentrum eingeweiht wurde. Wie uns seine Chefin Manuela Peetz auf dem Fest berichtete, läuft es in der Arbeit sehr gut. Eigentlich sollte Ahmad vorrangig in der Behälterreinigung eingesetzt werden. Durch sein handwerkliches Geschick ist er aber so etwas wie ein Mädchen für alles geworden. Beispielsweise hat er die Bäume und Sträucher rund um das neue Logistikzentrum gesetzt.

Auch Ahmad gefällt sein Job. Er verdient genug Geld für eine eigene Wohnung und wird bei seinen Kollegen wegen seiner zupackenden Art und seiner Hilfsbereitschaft geschätzt.

ahmad

Ursprünglich hatte die Spedition Peetz vier bei uns in Oberreichenbach lebende Flüchtlinge in ein Orientierungspraktikum aufgenommen. Wie Ahmad wollten auch die anderen Geflüchteten das Praktikum unbedingt machen, haben sich aber am Ende gegen eine Weiterbeschäftigung entschieden oder sich im Praktikum so verhalten, dass eine Anstellung nicht möglich war.

Einer von vieren, das ist natürlich keine gute Quote. Umso mehr freuen wir uns mit Ahmad über seinen Erfolg. Und wir geben die Hoffnung nicht auf, das sein Beispiel Schule macht.

Erster Arbeitstag im Paketzentrum

Für Suudi, Mohammed und Kadir begann gestern die Arbeit im Paketzentrum in Feucht. Sie arbeiten als Abträger und Verlader in der Spätschicht. Deshalb bleibt am Vormittag sogar noch Zeit für den Deutschunterricht.

Erster Arbeitstag in Feucht

Drei neue Steuerzahler. Wir schaffen das.

Das Problem ist nach wie vor die Unterbringung in Oberreichenbach. Nicht, dass wir die Jungs loswerden wollen. Aber die Pendelei nach Feucht (für die Ortsunkundigen: erst mal aus der Prärie in die Stadt und dann einmal quer durch Nürnberg) ist auf Dauer teuer und nervig, außerdem ist die Unterkunft in unserem Dorf beengt. Und die Jungs können sich bald von ihrem eigenen Geld eigene Wohnungen leisten, zumindest als WG. Momentan sträuben sich noch die Ämter, aber wir werden sehen, was wir (auch dank der politischen Schützenhilfe von Verena Osgyan von den Grünen) bei unserem „Umsiedelungsersuchen“ erreichen können.

Die Arbeitserlaubnis ist erteilt

Ja! Ja! Ja! Seit heute haben unsere drei Freunde aus Äthiopien ihre Arbeitserlaubnis und können demnächst als Helfer bei der Deutschen Post anfangen. Nach vielen Anläufen ist gestern der Knoten geplatzt. Drei Ämter, nämlich das ZAV München, die Arbeitsagentur Nürnberg und die Ausländerbehörde Erlangen-Höchstadt, haben dem Antrag an einem Tag stattgegeben!

Arbeitserlaubnis

Wir danken:

  • Denny Sturm und Gabriele Adam von der Deutschen Post AG als Arbeitgeber für ihre Geduld und überhaupt alles.
  • Der Deutschen Post AG für ihre Initiative „Flüchtlingshilfe: Jetzt handeln!“
  • Sigrid Katholing, Chefin der Arbeitsagentur Erlangen. Sie hat alle Zuständigkeiten Zuständigkeiten sein lassen und sich für uns eingesetzt.
  • Der Arbeitsagentur in Nürnberg.
  • Der Ausländerbehörde Erlangen-Höchstadt und insbesondere Julia Hettler, die sich letztendlich dahintergeklemmt hat, dass alles flutscht.
  • Maryam Bernhardt von Deutsche Post DHL Group, die uns immer unterstützt und die uns so manche verschlossene Tür öffnet.
  • Verena Osgyan (MdL) von den Grünen für die Unterstützung auf politischer Ebene.
  • Allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern im Helferkreis für Botengänge, Fahrdienste und das Ausfüllen unendlich vieler Formulare.

Geschafft!